Am 22. April fand in Köln die 8. Bundeskonferenz „Gesund und aktiv älter werden“ unter dem Themenschwerpunkt „Demenzprävention im Dialog – Aufklärung verbessern, Strukturen stärken, Risiken reduzieren“ statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Praxis und Politik kamen zusammen, um aktuelle Erkenntnisse zu diskutieren und zentrale Herausforderungen in diesem Themenfeld zu beleuchten.
In mehreren Fachvorträgen wurde eindrücklich dargestellt, dass Prävention nicht allein auf der Verhaltensebene ansetzen kann, sondern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden muss. Anhand aktueller wissenschaftlicher Daten wurde aufgezeigt, dass mittlerweile 14 beeinflussbare Risikofaktoren als gesichert gelten. Diese stehen nicht nur im Zusammenhang mit Demenzerkrankungen, sondern auch mit weiteren nichtübertragbaren Krankheiten. Daraus ergibt sich die zentrale Botschaft: „Was gut für das Herz ist, ist auch gut für das Hirn.“
Gleichzeitig wurde im Verlauf der Konferenz deutlich, dass sich der fachliche Fokus zunehmend weg von einer reinen Demenzprävention hin zu einem ganzheitlichen Verständnis von Hirngesundheit entwickelt. Dieser Perspektivwechsel eröffnet neue Zugänge in der Ansprache der Bevölkerung und betont die Bedeutung frühzeitiger, lebenslanger Gesundheitsförderung.
Im zweiten Teil der Konferenz konnten sich die Teilnehmenden in vier Fachforen vertiefend mit unterschiedlichen Schwerpunkten auseinandersetzen. Das Spektrum reichte von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen über Ansätze der Früherkennung bis hin zu internationalen Strategien. Dadurch wurde ein breites Themenfeld abgedeckt, das den Teilnehmenden ermöglichte, Anknüpfungspunkte für ihre jeweiligen Arbeitsbereiche zu finden und praxisrelevante Impulse mitzunehmen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass innerhalb der Bevölkerung weiterhin ein großer Aufklärungsbedarf besteht. Insbesondere sind neue Kommunikationsansätze erforderlich, um bestehende Stigmatisierungen abzubauen und den Fokus stärker auf die Förderung der Hirngesundheit zu lenken. Ziel ist es, Menschen frühzeitig für gesundheitsförderliches Verhalten zu sensibilisieren und dieses nachhaltig im Alltag zu verankern.
Darüber hinaus wurde die Bedeutung geeigneter politischer Rahmenbedingungen hervorgehoben. Gesundheitsförderliches Verhalten sollte stärker erleichtert und unterstützt werden. Diskutiert wurden unter anderem Maßnahmen wie eine strengere Regulierung der Abgabe von Tabakprodukten, eine Erhöhung der Tabaksteuer, die Einführung einer Zuckersteuer sowie eine Reduktion der Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse. Ergänzend wurde angeregt, gesundheitsförderliches Verhalten stärker mit Anreiz- und Belohnungssystemen zu verknüpfen, um zusätzliche Motivation zu schaffen und langfristig auch das Gesundheitssystem zu entlasten. Beispiele aus anderen europäischen Ländern verdeutlichen das Potenzial solcher Ansätze.
Als übergeordnetes Ziel wurde die Ausrufung einer „Dekade der Prävention“ durch die Bundesregierung angeregt, um ein langfristiges gesellschaftliches Umdenken einzuleiten und Prävention sowie Gesundheitsförderung nachhaltig zu stärken.
Abschließend gilt der Dank dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit für die Organisation dieser inhaltlich bereichernden Konferenz. Die Veranstaltung hat wichtige Impulse gesetzt und gezeigt, dass ein interdisziplinärer und struktureller Ansatz entscheidend ist, um die Hirngesundheit in der Bevölkerung langfristig zu fördern.








